HomeKurzfassungUrsachenTherapieAnmerkungenImpressum u. HaftungKontaktPraxisumzugPraxisbesuchSelbstbehandler
StoffeBestrahlungKostenNebenwirkung?Im WinterIm SommerSchwangerschaftBiochemieStudien
   
 

Unsere Therapie der Vitiligo nach orthomolekularen Gesichtspunkten (Erklärungen zu Fachausdrücken finden Sie im Unterpukt "Fachausdrücke" bei "Ursachen".)

(Bitte beachten Sie auch die hellblauen Buttons in der Leiste oben für Unterpunkte: "Stoffe", "Bestrahlung", "Kosten", "Nebenwirkungen", "Soomer/Winter" etc. !)

Wie könnte eine allgemeine Empfehlung der Behandlung der Vitiligo mit orthomolekularen Supplementen bei diesem uneinheitlichen Ursachenbild  (siehe Thema "Ursachen"!) aussehen?

Vorauszuschicken ist, daß bei jeder Behandlung der Vitiligo- und das gilt für alle anderen verfügbaren Therapieansätze auch- zusätzlich eine regelmäßige adäquate UV- Bestrahlung erforderlich ist, die den notwendigen Reiz liefert, der die Melanozyten zur Pigmentbildung anregt. Einen Kommentar zur Anwendung von verschiedenen UV-Bestrahlungsarten bei Vitiligo finden Sie oben unter dem hellblauen Button "Bestrahlung".

Welche Therapeutika kommen in Frage?                                                                                                                                                                            (Eine schnelle Übersicht ohne Kommentar zu diesen Stoffen finden Sie unter dem Unterpunkt "Stoffe", hellblaue Buttons oben!)

Grundsätzliches: In unserer Praxis unternehmen wir den Versuch, mit Stoffen, die in ihrem Nebenwirkungspotential gleich Null sind oder gegen Null tendieren, möglichst allen in Frage kommenden Ursachen der Vitiligo entgegenzuwirken, um zu einem einheitlichen Behandlungsschema zu kommen, das für alle Vitiligopatienten, gleich welcher „Vitiligo-Ursache“ wirksam sein kann.

Zum Einsatz kommen dabei Mikronutrienten und andere essentielle Nährstoffen, wie Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren, die entweder eine direkte bekannte Rolle bei der Synthese von Melanin spielen, oder als Therapeutika bei degenerativen Nervenerkrankungen wirksam sind, die antioxidative Wirkungen haben oder die generell für einen gesunden Zellstoffwechsel unabdingbar sind. Dabei lassen wir uns auch von dem Gedanken leiten, daß jede Stoffwechselleistung, so auch die der Synthese von Melanin, nur von Zellen erbracht werden kann, die optimal mit Stoffen versorgt sind, die sie für ihr eigenes Überleben benötigen. Neben dieser Grundversorgung müssen diese Zellen (hier speziell die Melanozyten) nun aber zusätzlich vermehrt mit solchen Nährstoffen versorgt werden, die sie für ihre spezifische Stoffwechselleistung zum Nutzen des Gesamtorganismus (hier die Melaninsynthese) benötigen. Ermutigt werden wir bei diesem Therapieansatz durch die Beobachtung, daß eine Repigmentierung von vitiliginösen Hautarealen in den meisten Fällen grundsätzlich möglich ist. Dies kann nur erklärt werden, wenn man davon ausgeht, daß die Melanozyten vitiliginöser Hautareale entweder nicht irreversibel geschädigt sind oder, daß potentielle Melanozytenreserven im gleichen Hautareal vorliegen und aktivierbar sind, oder aus der unmittelbaren Umgebung funktionsfähige Melanozyten einwandern können oder mehrere dieser Möglichkeiten vorliegen. Würden keine solchen Umstände vorliegen, so wäre eine Repigmentierung grundsätzlich unmöglich.

Ohne auf biochemische Details einzugehen, sollen die Stoffe, die aus unserer Sicht hier in Frage kommen kurz charakterisiert werden.In den folgenden Absätzen nehmen wir Bezug auf das Kapittel "Ursachen" (siehe Themenleiste oben!).

Zur genetischen Disposition:

Die Synthese von Melanin erfordert als Baustein bzw. als Ausgangssubstanz die Aminosäure Tyrosin. Tyrosin wird mit Hilfe des in den Zellen vorhandenen Enzyms Tyrosinase über mehrere Stoffwechselschritte in Melanin umgewandelt. Dieses Enzym benötigt zu seiner Aktivierung das Spurenelement Kupfer.Hier liegen nun bereits zwei Ansatzpunkte zur Verbesserung der Melaninsynthese in Melanozyten, die überhaupt noch zur Melaninsynthese fähig sind. Zum einen ist dies die vermehrte Darreichung des Ausgangstoffes Tyrosin, zum anderen die Erhöhung der Aktivität der Tyrosinase. Dazu ist folgendes zu bemerken: die Therapie mit Tyrosin wurde bereits in entsprechenden Experimenten erprobt. Dabei stellte sich heraus, daß die Gabe von Tyrosin wenig effektiv ist, dagegen aber die Anwendung ihrer Vorläufersubstanz, nämlich dem Phenylalanin. Phenylalanin ist eine sogenannte essentielle Aminosäure, d. h. ein Nahrungsbestandteil, den unser Organismus unbedingt über die Nahrung aufnehmen muß, da er ihn nicht selber erzeugen kann. Es ist ein Bestandteil des Eiweißes. Aus Phenylalanin kann unser Organismus wiederum Tyrosin herstellen. Auch Phenylalanin wurde bei Vitiligo therapeutisch eingesetzt und zwar, im Gegensatzt zum Tyrosin mit recht gutem Erfolg. Warum Phenylalanin in der Therapie der Vitiligo erfolgreicher ist als das Tyrosin, ist nicht wirklich geklärt, auch wenn es hierfür einige Erklärungsversuche gibt. Uns sollte zunächst die Tatsache genügen, daß Phenylalanin wirksam ist. In der Literatur wird von Studien mit relativ kleinen Gruppen (zwischen 14 und 32 Patienten) berichtet, die eine Ansprechquote von bis zu 84 % aufwiesen mit einer Repigmentierung von „befriedigend“ bis zu 100 %.Der zweite Ansatzpunkt besteht darin die Tyrosinaseaktivität zu verbessern. Es ist heute noch nicht möglich, Tyrosinase in einer einnehmbaren oder injezierbaren Form in den Organismus einzubringen, oder durch Gentechniken für eine vermehrte Produktion von Tyrosinase in den Zellen zu sorgen. Möglich dagegen ist es, die Aktivität der im Körper vorhandenen Tyrosinase dadurch zu verbessern, daß ihr Aktivator, das Kupfer, durch Supplementierung vermehrt angeboten wird, so daß eine möglichst große Anzahl von vorhandenen Tyrosinaseenzymen aktiv an der Syntheseleistung von Melanin teilnehmen kann.Dieser bisher geschilderte Ansatz der Verbesserung der Melaninsynthese, kann auch dann zum therapeutischen Erfolg führen, wenn die Vitiligo genetisch bedingt ist. Diese Vermutung stützt sich auf zwei Beobachtungen: Zum einen besteht die Vitiligo auch bei Patienten mit genetischer Disposition nicht von Anfang an, sondern manifestiert sich oft erst im Verlaufe des Lebens, zum Teil sogar erst in den späteren Lebensjahren. Das bedeutet, daß auch bei diesen Patienten vor Beginn ihrer Vitiligoausprägung, die Bildung von Pigment möglich war und dies eben obwohl sie im Bezug auf die Melaninsynthese einen genetischen Defekt haben. Zum anderen kann man bei genetisch disponierten Patienten durchaus auch eine spontane Repigmentierung befallener Hautareale beobachten. Die genetische Disposition ist also keine absolute, sondern bedeutet nur eine mehr oder weniger ausgeprägte Schwäche in der Bildung von Melanin. Diese Stoffwechselschwäche kann durch eine reiche Versorgung der Melanozyten mit Phenylalanin und Kupfer offensichtlich kompensiert werden.Dieser Weg begünstigt nicht nur bei genetisch bedingter Vitiligo die Synthese von Melanin, sondern die Melaninsynthese ganz generell. Dies zeigt sich auch darin, daß durch die Verabreichung von Phenylalanin und Kupfer die Bräunung der Haut unter UV-Bestrahlung auch in den gesunden Hautarealen deutlich vermehrt ist.Beim Studium der entsprechenden Literatur, mußten wir feststellen, daß es zwar eine Reihe von Studien gibt, die sich mit der Wirkung von Phenylalanin + UV Strahlung bei Vitiligo befaßt und das hier von befriedigenden Erfolgen berichtet wurde, daß es aber unseres Wissens keine Studien gibt, die Phenylalanin und Kupfer gleichzeitig eingesetzt haben. Es ist zwar verständlich, daß man zur Prüfung der Wirkung eines Therapeutikums dieses monotherapeutisch einsetzt, um entsprechende Erkenntnisse zu gewinnen. In der Praxis aber sollte man die synergistische Wirkung der Partner im Stoffwechsel der Melaninsynthese nutzen und also Phenylalanin und Kupfer gemeinsam einsetzen. Selbst Studien zur Wirkung dieser gleichzeitig eingesetzten Substanzen wären wünschenswert, zumal man über die Wirkung des Phenylalanins alleine bereits genügend Informationen gewonnen hat.

Zur Vitiligo als  Autoimmunprozeß:

Autoimmunprozesse lassen sich in dadurch beeinflussen, daß man zum einen dafür sorgt, das weniger allergene Substanzen im Körper zirkulieren und sich möglicherweise an körpereigene Strukturen anheften. Das Autreten von allergenen Substanzen im Körper kann vielfältigsten Ursachen haben, die ich hier in der Kürze nicht aufzählen kann. Das Eindringen oder das Entstehen solcher Allergene in den bzw. im Körper zu verhindern wäre ein möglicher Ansatz, ist aber im Einzelfalle nur mit großer Detektivarbeit bezüglich ihrer Quellen zu bewerkstelligen. Darum möchte ich hier darauf nicht weiter eingehen. Allerdings sollte der Therapeut sich mit diesem Ansatz im Einzelfalle befassen. Weniger auf den individuellen Fall bezogen, also für alle Patienten in Frage kommend, ist der Einsatz von Enzympräparaten, die in der Lage sind, zirkulierende und gewebsständige Antigen-Antikörperkomplexe zu "verdauen“, also zu beseitigen und damit dem Immunsystem den Reiz zu entziehen, körpereigenes Gewebe anzugreifen. Eine Enzymtherapie ist vielen Ärzten bekannt und sollte auch bei der Vitiligo in Betracht gezogen werden.Ein weiterer allgemeiner Ansatz in diesem Zusammenhang ist es, immunsupprimierende Substanzen einzusetzen. Dazu geeignet ist das Vitamin E in hoher Dosierung, (mehr als 1200 Einheiten), das sich in solcher Dosierung auch bei einer anderen autoimmunologischen Erkrankung bereits durchgesetzt hat, nämlich der rheumatoiden Arthritis. Bei dieser letztgenannten Krankheit, wirkt es außerdem als Radikalfänger. Eine andere immunregulatorische Substanz ist das Vitamin D, das sich als Salbe oder Creme, lokal appliziert bereits therapeutisch bewährt hat. Studien zu Vitamin E und Vitamin D in oraler Form bei Vitiligo liegen allerdings nicht vor.

Zur neuro-cutanen Entkopplung:

Die Beobachtung, daß Vitamin B12 und Folsäure mit einer Ansprechquote von 35 bis 40% in der Behandlung der Vitiligo wirksam sind, kann nicht ohne weiteres auf einen direkten biochemischen Einfluß auf die Melaninsynthese zurückgeführt werden. Vielmehr scheint hier deren neurothroper Charakter, also deren Wirkung auf das Nervensystem zum Tragen zu kommen. Wenn diese Erklärung zutrifft, so wäre auch noch an ein anderes neurothropes Vitamin zu denken, nämlich an das Vitamin B6, das überdies eine Schlüsselrolle im Aminosäurenstoffwechsel und im Eiweisstoffwechsel spielt. Allerdings gibt es zur Wirkung des Vitamin B6 in der Therapie der Vitiligo unseres Wissens keine klinischen Studien. Wir sind der Meinung, daß neben Vitamin B 12 und Folsäure auch alle anderen neurothropen Vitamine bei der Vitiligo versuchsweise therapeutisch eingesetzt werden sollten.-                                                                                                                                                                                                                                       Ein  anderer Erklärungsversuch für die positive Wirkung von Vit. B12 und Folsäure bei Vitiligo hat etwas mit dem sog. "Homocystein" zu tun, ein Stoff der zwar natürlicherweise in jedem menschlichen Organismus vorkommt, dessen Blutkonzentrationen aber nicht zu hoch werden dürfen, da diese schädlich wären (gesichert ist das damit erhöhte Risiko für Arteriosklerose und Osteoporose) und ev. den Stoffwechsel der Melanocyten belasten/stören könnten. Vitamin B12 und Folsäure (sowie Vitamin B6) senken den Homocysteinspiegel im Blut meßbar.

Neurogene Toxinwirkung als Ursache der Vitiligo:

Stress macht krank. Das gilt allgemein und fast jeder unterliegt Stressituationen, denen er sich nicht entziehen kann. Deshalb soll hier weder über Lebensberatung noch über pharmakologische Stressbekämpfung gesprochen werden, selbst wenn es aus dem Bereich nebenwirkungsfreier Präparate Angebote gäbe. Die Folgen toxicher Substrateeinwirkung auf Zellen kann jedoch ganz allgemein recht gut mit Vitamin C gemindert werden und zwar weil Vitamin C sowohl als zentrale Entgiftungssubstanz, wie auch als Antoxidans wirkt. Überdies ist Vitamin C eine Substanz, die noch inaktive Hormone durch Hydroxilierung aktiviert, was ein weiterer Vorteil sein kann. Insgeamt ist dieser Therapieansatz recht vage (nicht anders als die Theorie über neurogene Toxine als Auslöser an sich). Aber ein Therapieversuch hat keine Nachteile.

Traumatische Schädigungen der Haut und freie Radikale als Auslöser einer Vitiligo:

Bei traumatischen Schädigungen von Geweben spielen, neben mechanischen oder anderen physikalischen oder chemischen Kräften, stets auch freie Radikale als schädigende Agentien eine Rolle. Sie entstehen meist bei den Entzündungen, die auf das Trauma folgen. Freie Radikale können Zellen soweit schädigen, dass sie ihre Funktion einbüßen oder sogar zugrunde gehen. Antioxidantien, die bei akuten Radikalenangriffen präventiv, bei chronischem Geschehen aber auch therapeutisch schützend wirken sind z.B. Vitamin C, Vitamin E, Glutathion und Coenzym Q 10, sowie Taurin und einige andere- alles Stoffe, die ohnedies zum natürlichen Bestand unseres Organismus gehören und in höherer als der üblichen physiologischen Dosis auch eine entsprechend höhere antiradikalische Wirkung haben.

Wenn Sie nun eine kurze Aufzählung/Übersicht über die von uns zur Therapie eingesetzten Stoffe bekommen möchten, dann klicken Sie bitte oben den Button "Stoffe" an! Wenn Sie wissen wollen, wiviel diese Stoffe in der Therapie monatlich in etwa kosten, dann klicken Sie bitte oben auf "Kosten"!