HomeKurzfassungUrsachenTherapieAnmerkungenImpressum u. HaftungKontaktPraxisumzugPraxisbesuchSelbstbehandler
StoffeBestrahlungKostenNebenwirkung?Im WinterIm SommerSchwangerschaftBiochemieStudien
   
 

Bemerkungen zur Bestrahlung/Bestrahlungsarten bei Vitiligo ohne zusätzliche und mit zusätzlichen oralen Präparaten

 
Repigmentierungen unterschiedlichen Grades sind bei Vitiligo schon durch adäquate Bestrahlungen der verschiedenen Art allein, ohne Kombination mit irgendwelchen oralen oder topischen Präparaten erzielbar.

Dies gilt für UV-A, für UV-B, Sonnenexposition in unseren Breitengnaden, Sonnenexposition am Toten Meer und die Bestrahlung mit Excimer-Laser.

Dies ist selbstverständlich dadurch zu erklären, dass jedwede Bestrahlungsart, die einen adäquaten Reiz zur Pigmentbildung darstellt, wirksam sein kann.
Das natürliche Sonnenlicht stellt selbstverständlich den natürlichen adäquaten Reiz für die Pigmentbildung dar.

Alle "synthetischen" Bestrahlungsarten aus dem UV-Bereich haben gegenüber dem Sonnenlicht ein eingeschränktes Spektrum.

Alle "synthetischen" Bestrahlungsarten (UVA, UVB, UV-B 311 nm, Excimer-Laser 308 nm) vermittelt einen eingeschränkten, wenn auch ausreichenden Reiz auf die Melanozyten aus.

So stimuliert insbesondere die UV-B Bestrahlung vornehmlich die Bildung neuer Pigmente, die allerdings als Vorstufe zum sichtbaren Pigment (Eumelanin oder Pheomelanin) eine optisch noch nicht sichtbare Vorstufe darstellen. UV-A dagegen wandelt diese Vorstufen in das sichtbare Pigment um.
Das natürliche Sonnenlicht bewirkt beides zu gleicher Zeit und wäre somit die natürliche und beste Bestrahlungsart zur Pigmentbildung.

Der Nachteil des natürlichen Sonnenlichtes besteht im Wesentlichen darin, dass es

 1. Frequenzen und Wellenlängen enthält, die für die Pigmentbildung keinen Beitrag leisten, aber eine zusätzliche Belastung des Hautgewebes darstellen.

 2. in unseren Breiten nicht über das ganze Jahr hinaus zur Verfügung steht.

3. die Strahlendosis, die bei der erforderlichen regelmäßigen Exposition zu Behandlung der Vitiligo nicht bestimmbar ist (Einfallswinkel der Sonne zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten, Dunstschichten in der Atmosphäre, Höhenstand der Sonne zu den verschiedenen Jahreszeiten etc. etc.)

Ein Teil dieser Nachteile entfällt, bei der Sonnenbestrahlung am Toten Meer.

Ein entsprechender Kuraufenthalt am Toten Meer stellt aber sowohl eine zeitliche wie eine finanzielle Belastung sowohl für den Patienten wie auch für den Kostenträger dar. Aus all diesen Gründen wird einer regelmäßigen Bestrahlung bei der Behandlung der Vitiligo mit  „synthetischen " Bestrahlungsarten in der Praxis der Vorzug gegeben.
Alle aufgezählten "synthetischen" Bestrahlungsarten haben, wie oben bereits ausgeführt, Vor- und Nachteile im Vergleich miteinander.
Unserer Erfahrung nach ist die Bestrahlung mit UV-A in Kombination mit UV-B 311 nm die wirksamste Bestrahlungstechnik bei Vitiligo.
Die Bestrahlung mit Excimer-Laser hat für sich allein gute Erfolge erzielt, ist aber deutlich teurer, als die beiden anderen Bestrahlungsarten und steht auch nur eingeschränkt zur Verfügung, da nur wenige Hautärzte über ein entsprechendes Gerät verfügen.

Obiges war zunächst grundsätzlich zu sagen, bezüglich wirksamer Bestrahlungsarten bei Vitiligo generell.

Wenn es nun um die Kombination von Bestrahlung mit der oralen Applikation von Stoffen geht, die über den Metabolismus eine zusätzliche Wirkung bei der Behandlung der Vitiligo haben, so ist diese metabolische Wirkung nicht beschränkt auf eine bestimmte Bestrahlungsart. Jede Bestrahlungsart, die den adäquaten Reiz zur Pigmentbildung liefert, ist als Kombination mit diesen oralen Stoffen geeignet.

Die Tatsache, dass es zur Wirkung von Phenylalanin bei Vitiligo nur Studien in Zusammenhang mit natürlicher Sonnenexposition oder UV-A Bestrahlung gibt, ist historisch zu verstehen. Zur Zeit der ersten Studien mit Phenylalanin (80ger Jahre) war eine Bestrahlung mit UV-B 311 nm noch nicht etabliert.

Als aber die UV-B 311 nm Bestrahlung etabliert war und sich als eine Standardbestrahlung bei Psoriasis und Neurodermitis und auch bei Vitiligo bewährt hatte, wurden erste Studien mit Vitamin B12 und Folsäure gemacht. Mit anderen Worten: Studien mit Folsäure und Vitamin bis 12 hätten auch mit Sonnenlicht oder UV-A Exposition durchgeführt werden können, aber zu dieser Zeit hatte sich die Bestrahlung mit UV- B Schmalband bereits eingebürgert. Im Übrigen gibt es auch erfolgreiche Studien bei Vitiligo zu Folsäure und Vitamin B12 mit natürlicher Sonnenexposition.

Es wäre nun falsch anzunehmen, und ich glaube aus dem oben gesagten über adäquate Bestrahlungsarten bei Vitiligo geht dies deutlich genug hervor, dass nur jeweils eine bestimmte Bestrahlungsart mit den jeweiligen oralen Therapiekonzepten kombiniert wäre. Vielmehr ist jede Bestrahlungsart, die einen adäquaten Reiz zur Pigmentbildung darstellt, geeignet. Allerdings ist, wie oben ausgeführt, die Bestrahlung mit UV-A in Kombination mit UV-B 311 nm die wirksamste Bestrahlungstechnik bei Vitiligo, die in unseren Breiten jederzeit praktisch durchgeführt werden kann.

Bestrahlungszeiten für UVA und UVB sind sehr unterschiedlich, wobei mit UVB sehr viel kürzer Bestrahlt wird (im Bereich weniger Sekunden bis zu 1 bis 1 ½ Minuten). Genaueres hierzu ist dem Therapeuten zu besprechen.

Risiken der notwendigen UV-Bestrahlung

 Jede Art von Bestrahlung der Haut durch die Sonne oder entsprechende UV-Bestrahlungen „aus der Steckdose“ stellen prinzipiell eine Belastung für die Haut dar.

 Dabei kann man die Belastung einteilen in die akute Belastung und die chronische Belastung.

Die akute Belastung wäre z.B. eine übermäßige kurzzeitige Belastung der unvorbereiteten Haut, wie sie oft in den ersten Sommertagen auftritt, wo die Haut vom Winter noch blass ist (also kein schützendes Pigment besitzt und keine schützende Hornhaut) oder bei einem Ausflug in die Tropen, mitten im hiesigen Winter. Eine solche akute übermäßige Belastung führt dann z.B. zum Sonnenbrand, einer Entzündung der geschädigten Haut.

Die chronische Belastung ist die, die unsere Haut im Laufe des Lebens, also im Laufe vieler Jahre erleidet, auch ohne dass wir jemals eine übermäßige akute Sonnenbestrahlung erfahren haben müssen.

Mehrfache akute übermäßige Belastungen mit Sonnenstrahlen (oder auch Strahlen „aus der Steckdose“) können die Haut auch nach wenigen Jahren deutlich schädigen inklusive der auch darin liegenden statistischen Gefahr, einen Hautkrebs zu induzieren, der dann möglicherweise erst viele Jahre nach diesen akuten übermäßigen Belastungen auftreten kann.

Auch die chronische Belastung schädigt die Haut, wenn auch nur langsam über viele Jahre und kann statistisch ebenso zu einem Hautkrebs führen, allerdings statistisch erst nach vielen Jahren.

Wenn eine Bestrahlung zur Behandlung der Vitiligo so vorgenommen wird (langsam ansteigend!), dass keine übermäßige Hautrötung (auch an den weißen Vitiligostellen nicht) entsteht, besonders aber ein Sonnenbrand vermieden wird, dann kann man diese Strahlenbehandelung als eine chronische Belastung der Haut verstehen.

Das heißt, diese Bestrahlung wird einen Beitrag zur Gesamtbelastung der Haut über das Leben darstellen, aber keine akute Schädigung hervorrufen. 

Das Risiko, bei einer UV-Bestrahlung zur Behandlung der Vitiligo einen Hautkrebs zu induzieren (den theoretisch jeder im Laufe des Lebens bekommen kann) ist bei einer vernünftig durchgeführten „chronischen“ Bestrahlungsbehandlung  z.B. über ein halbes Jahr geringer, als das entsprechende Risiko bei einem einmaligen „tüchtigen“ Sonnenbrand in diesem Zeitraum.

Um dennoch die Gesamtbelastung der Haut über das gesamte Leben gering zu halten, empfehle ich zur Kompensation der bei der Vitiligo-Behandlung notwendigen Bestrahlung, mit sonstigen Bestrahlungen z.B. im Sommer, sparsam umzugehen, oder vielleicht sogar ganz zu vermeiden (also sog. Sonnenbäder vermeiden, zumindest solche ohne starken Sonnenschutz). 

 Das heißt: wenn ich eine UV-Bestrahlung zur erfolgreichen Behandlung der Vitiligo in Anspruch nehmen muss, so sollte ich im Sommer auf das verzichten, was andere sich vielleicht doch gerade noch leisten können an Sonnenbestrahlung. Zumindest sollte man dies den einen oder anderen Sommer nach einer Vitiligobehandlung noch so handhaben, um seine „Extrabestrahlung“ bei der Behandlung wieder einzusparen.

 Wenn man dies berücksichtigt und eine übermäßige therapeutische Bestrahlung vermeidet, dann stellt die notwendige Bestrahlungsbehandlung in der Summe kein erhöhtes Risiko zur Entstehung eines Hautkrebses im vergleich zu anderen Menschen mit einer durchschnittlichen Sonnenexposition im Laufe des Lebens (ohne Vitiligobehandlung mit UV) dar.